Willkommen bei Dorfen ist Bunt
Die Stadt Dorfen mit 13.500 Einwohnern, gelegen ca. 50 km östlich von München im Isental, ist eine
aufstrebende Gemeinde mit positiver Bevölkerungsentwicklung und mit einem hohen Anteil an Kindern
und Jugendlichen. Diese positive Entwicklung kann leider nicht darüber hinwegtrösten, daß Dorfen
auch einige gesellschaftliche Probleme hat. Ähnlich wie in vielen anderen deutschen Städten
wird Dorfen seit einigen Jahren in unregelmäßigen Abständen durch Neonazi-Aufmärsche terrorisiert,
obwohl Dorfen selbst bisher keine aktive Neonazi-Szene aufzuweisen hat. Ein Initiator für diese
Aufmärsche ist Norman Bordin, der Landesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten (JN) in Bayern.
Die JN ist die Jugendorganiation der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften NPD. Norman Bordin ist mehrfach vorbestraft und
verbüßte wegen Körperverletzung eine 15-monatige Haftstrafe ohne Bewährung. Als eigentliche Ursache für die
Aufmärsche wird von den Rechten ein Konflikt mit dem Dorfener Jugendzentrum angeführt. Beschäftigt man sich allerdings
genauer mit der NPD wird schnell klar, daß die Vorgehensweise von Herrn Bordin und
seiner Gruppe Teil der Strategie der NPD ist, in Orten mit geringem oder keinem Widerstand ihren
Einfluß so weit wie möglich auszubauen. Die Auseinandersetzung mit dem Jugendzentrum dient nur als Vorwand, um
von den eigentlichen Zielen abzulenken und wird benutzt zur Polarisierung der Bürgerschaft.
Für eine Kleinstadt wie Dorfen bedeuten die Neonazi-Demonstationen eine erhebliche Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens und nicht zuletzt auch ein Image-Schaden über regionale Grenzen hinaus. An solchen Tagen befindet sich Dorfen in Ausnahmezustand. Ein massives Polizei-Aufgebot riegelt Großteile der Dorfener Innenstadt ab, Geschäfte bleiben geschlossen und das öffentliche Leben bricht regelrecht zusammen. Mit juristischen Mitteln sind diese Aufmärsche kaum zu unterbinden, da das Versammlungrecht einen hohen Stellenwert in unserer Demokratie darstellt und dieses Recht auch Gegnern unserer Demokratie zugestanden wird.
Die Bürgerschaft ist nach wie vor gespalten, wie mit diesem Problem umgegangen werden soll. Ein Teil zeigt offenen Protest, andere sind der Meinung, durch Nichtbeachtung werde sich das Problem alleine lösen und beteiligen sich deshalb nicht. Wieder andere verhalten sich einfach nur passiv und sind desinteressiert.
Wirft man einen Blick auf andere Städte mit ähnlichen Problemen, so zeigt sich, daß Passivität oder demonstatives Nichtbeachten genau der falsche Weg ist und letztendlich zu einer Bildung bzw. Festigung von rechtsextremisischen Keimzellen an diesen Orten führt. Ziel sollte es also sein, möglichst große Teile der Bürgerschaft zu aktivieren, ihnen eine Plattform zu bieten, um die Kräfte zu bündeln und so den Rechtsextremen das Festsetzen unmöglich zu machen.
Eben aus diesem Grund ist das Aktionsbündnis "Dorfen ist Bunt" auf Initiative der evangelischen Pfarrerin Martina Oefele ins Leben gerufen worden.
Zusammensetzung von "Dorfen ist Bunt"
Die Mitglieder von "Dorfen ist Bunt" setzen sich zusammen aus Vertretern- der Stadt Dorfen,
- der evangelischen Kirchengemeinde von Dorfen und
- der katholischen Pfarrei Maria Dorfen.